Ratgeber

Verpflegungs­kosten pro Bewohner und Tag: Richtwerte und Stell­schrauben

„Was darf die Verpflegung pro Bewohner und Tag kosten?" Kaum eine Zahl wird in der stationären Pflege so oft gesucht und so unterschiedlich beantwortet. Der Grund: Hinter der einen Zahl stecken mehrere ganz verschiedene Größen. Dieser Ratgeber ordnet die Begriffe, nennt realistische Richtwerte für den Lebensmittel­einkauf und zeigt, an welchen Stellschrauben Sie tatsächlich drehen können, ohne dass auf dem Teller etwas Schlechteres landet.

Lebensmittelkosten oder Verpflegungskosten? Erst die Begriffe klären

Wenn über „Kosten pro Bewohner und Tag" gesprochen wird, sind meist zwei sehr unterschiedliche Dinge gemeint. Daher kommen die widersprüchlichen Zahlen:

Der Lebensmittel-Wareneinsatz umfasst nur die eingekauften Lebensmittel und Getränke, heruntergerechnet auf einen Bewohner und einen Tag. Über diese Zahl haben Sie beim Einkauf wirklich Kontrolle, und um sie geht es in diesem Ratgeber vor allem.

Die Gesamt­verpflegungskosten umfassen zusätzlich alles, was rund um die Mahlzeit anfällt: Personal in Küche und Hauswirtschaft, Energie, Geräte, Reinigung, Verwaltung. Diese Summe liegt regelmäßig beim Mehrfachen des reinen Wareneinsatzes. Wer beide Zahlen verwechselt, vergleicht Äpfel mit Birnen. Deshalb lohnt es sich, im eigenen Haus sauber zu trennen, welche Kosten man gerade betrachtet.

Realistische Richtwerte: Was der Wareneinsatz pro Bewohner und Tag ausmacht

Einen amtlich festgelegten „richtigen" Preis gibt es nicht. Die Qualitätsstandards für die Verpflegung in stationären Senioren­einrichtungen beschreiben, wie ausgewogen und bedarfsgerecht gegessen werden soll, nennen aber keinen Eurobetrag. In der Praxis bewegt sich der reine Lebensmittel-Wareneinsatz je nach Haus, Region und Verpflegungskonzept in einer Spanne von grob 5 bis 8 Euro pro Bewohner und Tag. Als Arbeits- und Rechenwert nutzen wir auf dieser Website durchgehend rund 6,50 €. Das liegt bewusst in der Mitte dieser Spanne.

Diese Werte dienen der Orientierung und taugen nicht als Maßstab für „gut" oder „schlecht". Ein niedriger Wareneinsatz ist nicht automatisch ein Sparerfolg, er kann auch bedeuten, dass am Falschen gespart wird. Ein höherer Wert kann für ein bewusst hochwertiges oder besonders frisches Konzept stehen. Aussagekräftig wird die Zahl erst, wenn Sie sie mit der Qualität auf dem Teller und mit Ihrem Einkaufsweg zusammen betrachten.

GrößeWas gehört dazuBeeinflussbar beim Einkauf?
Lebensmittel-WareneinsatzNur eingekaufte Lebensmittel & GetränkeJa, direkt über Preise und Konditionen
Personalkosten Küche/HauswirtschaftLöhne, Dienstplan, QualifikationKaum kurzfristig
Sachkosten KücheEnergie, Geräte, Reinigung, VerwaltungNur begrenzt
= GesamtverpflegungskostenSumme aller drei BlöckeNur in Teilen

Warum die Spanne so groß ist

Zwei Häuser gleicher Größe können beim Wareneinsatz deutlich auseinanderliegen, ohne dass eines „falsch" wirtschaftet. Die wichtigsten Gründe:

Das Verpflegungskonzept. Frisch- und Cook-&-Serve-Küchen kaufen andere Waren ein als Häuser, die stärker auf Convenience oder Tiefkühl-Komponenten setzen. Mehr Handarbeit senkt oft den Wareneinsatz, erhöht aber die Personalkosten, und umgekehrt. Der Wareneinsatz allein sagt deshalb nie die ganze Wahrheit.

Kostformen und Bewohnerstruktur. Passierte Kost, Fingerfood bei Demenz, Zusatznahrung und diverse Sonderkostformen treiben den Aufwand und teils auch die Warenkosten. Ein Haus mit hohem Anteil pflegeintensiver Bewohner hat hier von Natur aus höhere Werte.

Der Einkaufsweg. Zwei Häuser können exakt dieselben Waren in derselben Menge einkaufen und trotzdem unterschiedlich viel zahlen, weil das eine bessere Konditionen hat. Dieser Hebel wirkt, ohne dass sich auf dem Teller etwas ändert.

Die vier Stellschrauben, die Sie wirklich bewegen können

Nicht jede Kostenstellschraube ist gleich gut zu bedienen. Vier haben sich als besonders wirksam erwiesen. Sie reichen von „braucht Zeit im Alltag" bis „einmal geregelt, wirkt dauerhaft":

1. Speiseplanung und Standardisierung. Ein durchgeplanter, saisonaler Speiseplan mit standardisierten Rezepturen und definierten Portionsgrößen verhindert teure Ad-hoc-Käufe und macht den Wareneinsatz überhaupt erst planbar. Das ist die Grundlage für alles Weitere.

2. Lebensmittelverschwendung reduzieren. Was weggeworfen wird, wurde voll bezahlt. In der Gemeinschafts­verpflegung landet ein spürbarer Teil der produzierten Speisen in der Tonne. Bessere Bedarfsplanung, angepasste Portionen und die Kontrolle von Retouren senken den Wareneinsatz unmittelbar und ohne Qualitätsverlust.

3. Der Convenience-Grad. Die Frage „selbst zubereiten oder fertig einkaufen?" verschiebt Kosten zwischen Ware und Personal. Ein pauschales Richtig gibt es hier nicht. Es lohnt sich aber, die Grenze bewusst zu ziehen, statt sie dem Zufall zu überlassen.

4. Einkaufspreise und Konditionen. Ein einzelnes kleines Haus zahlt bei gleichem Sortiment fast immer mehr als ein großer Träger mit zentralem Einkauf. Diese Stellschraube ist die dankbarste: Sie wird einmal geregelt und wirkt danach dauerhaft, ohne dass Küche oder Bewohner etwas davon merken. Wie sich kleine Häuser hier bessere Konditionen sichern, lesen Sie in unserem Ratgeber Lebensmitteleinkauf im Pflegeheim: Einzelhandel, Großhandel oder Einkaufsgemeinschaft?

Ein Rechenbeispiel: Was ein Prozentpunkt wert ist

Warum sich der Blick gerade auf die vierte Stellschraube lohnt, zeigt eine kurze Rechnung. Bei rund 6,50 € Wareneinsatz pro Bewohner und Tag kommt ein Haus mit 80 Plätzen auf etwa 190.000 € Lebensmitteleinkauf im Jahr. Jeder Prozentpunkt, den Sie beim Einkaufspreis günstiger werden, entspricht dann rund 1.900 € pro Jahr. Dieses Geld bleibt im Betrieb, ohne dass sich für Bewohner oder Küche etwas ändert.

Deshalb lohnt sich der Einkauf als Kostenstellschraube so sehr: Die Ersparnis wirkt jedes Jahr aufs Neue und unabhängig vom Küchenkonzept. Sie kostet weder Qualität noch zusätzliche Arbeitszeit im Haus.

Ein Wort in eigener Sache

An den ersten drei Stellschrauben arbeiten gute Küchenteams ohnehin täglich. Bei der vierten, den Einkaufspreisen, setzen wir mit EKG Lebensmittel an. Als Mitglied kauft auch eine kleine Einrichtung als Teil einer Gemeinschaft ein, die insgesamt über 800.000 € Einkaufsvolumen pro Jahr bündelt. Zu ihr gehören Pflegeeinrichtungen ebenso wie Caterer. Weil beide weitgehend dieselben Warengruppen einkaufen, stärkt jedes Mitglied die Verhandlungsposition aller, auch Ihre. Für Lebensmittel verhandeln wir mit einem führenden deutschen Lebensmittellieferanten und geben die Großkunden-Konditionen an unsere Mitglieder weiter. Für Ihre Küche ändert sich dabei wenig. Beziehen Sie bereits bei unserem Partnerlieferanten, bleibt alles, wie es ist, und Sie zahlen die Preise der Gemeinschaft. Bestellen Sie heute woanders, wechseln Sie zu ihm: Die Anlage dort übernehmen wir, und im Erstgespräch prüfen wir, ob er Ihr Sortiment abdeckt. Abläufe und Versorgungssicherheit bleiben, wie Ihre Küche es gewohnt ist.

Die Mitgliedschaft ist kostenfrei, es fallen weder Aufnahmegebühr noch Beiträge an. Es gibt keine Mindestlaufzeit, und Sie können zum Quartalsende mit zwei Wochen Frist kündigen. Voraussetzung ist eine ausreichende Bonitätsprüfung durch unseren Partnerlieferanten. Wir nehmen nur drei neue Einrichtungen pro Monat auf, weil wir jede Aufnahme persönlich begleiten – von der Anlage bis zur ersten Bestellung. Wie das speziell für Pflegeeinrichtungen funktioniert, lesen Sie auf unserer Seite Einkaufsgemeinschaft für Pflegeeinrichtungen. Wenn Sie wissen möchten, was das für Ihr Haus konkret bedeuten würde, ermitteln wir Ihr Einsparpotenzial gern kostenfrei und unverbindlich. Eine kurze Anfrage über das Kontaktformular genügt.

Wir rechnen es Ihnen vor

Das Formular dauert zwei Minuten. Wir melden uns innerhalb von ein bis zwei Werktagen und rechnen Ihnen vor, was Ihre Einrichtung sparen kann. Danach entscheiden Sie.

Ihre Anfrage liest Rupert Teske, Geschäftsführer der RD Einkaufsmanagement GmbH.

Mit dem Absenden erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Ihre Angaben zur Bearbeitung Ihrer Anfrage verarbeiten. Details finden Sie in der Datenschutzerklärung.

Oder direkt per E-Mail: info@ekglebensmittel.de