Ratgeber

Lebensmittel­einkauf im Pflegeheim: Einzelhandel, Großhandel oder Einkaufs­gemeinschaft?

Warum sich der Blick auf den Lebensmitteleinkauf lohnt

Wenn Sie eine kleine Pflegeeinrichtung führen, kennen Sie die Lage: Die Pflegesätze sind verhandelt und liegen fest. Personal, Energie, Instandhaltung: Fast alle Kosten steigen, und an den wenigsten lässt sich etwas ändern, ohne dass die Qualität leidet. Die Verpflegung ist eine der wenigen Ausnahmen. Sie gehört zu den größten Sachkostenblöcken im Haus, und ihr Preis lässt sich beeinflussen, ohne dass auf dem Teller etwas anderes liegt.

Ein kurzes Rechenbeispiel zeigt die Größenordnung: Bei rund 6,50 € Lebensmittelkosten pro Bewohner und Tag kommt ein Haus mit 80 Plätzen auf etwa 190.000 € Lebensmitteleinkauf im Jahr. Jeder Prozentpunkt, den Sie beim Einkauf sparen, entspricht dann rund 1.900 € pro Jahr. Dieses Geld bleibt im Betrieb, ohne dass sich für Bewohner oder Küche etwas verschlechtert.

Den meisten ist das bewusst. Es fehlt die Zeit. Preise vergleichen, Angebote einholen, mit Lieferanten verhandeln: Das ist im Grunde eine eigene Stelle. In kleinen Häusern läuft der Einkauf aber nebenher, meist über die Küchen- oder Hauswirtschaftsleitung, die ohnehin gut ausgelastet ist. Umso wichtiger ist die Grundsatzentscheidung: Über welchen Weg beziehen Sie Ihre Lebensmittel überhaupt? Drei Wege stehen zur Wahl, und jeder hat Vor- und Nachteile.

Weg 1: Einzelhandel und Abholmärkte sind flexibel, aber teuer

Viele kleine Einrichtungen kaufen zumindest einen Teil ihrer Lebensmittel im Einzelhandel oder im Abholgroßmarkt: Der Weg ist kurz, man sieht die Ware, und es gibt keinerlei vertragliche Bindung.

Das hat handfeste Vorteile. Fehlt kurzfristig etwas, ist es in einer Stunde besorgt. Sie können Frische und Qualität mit eigenen Augen prüfen, saisonale Angebote mitnehmen und in kleinen Mengen kaufen, ohne Mindestbestellwerte. Für spontane Ergänzungen, besondere Anlässe oder einzelne Frischeprodukte ist dieser Weg kaum zu schlagen.

Als Hauptbeschaffungsweg für ein ganzes Haus hat er jedoch spürbare Nachteile. Die Stückpreise sind die höchsten aller drei Wege: Sie zahlen im Kern Endkundenpreise, nur in größerer Menge. Jemand muss fahren, laden, tragen. Die Arbeitszeit für Einkaufsfahrten taucht in keiner Kalkulation auf, kostet aber Geld. Preise und Verfügbarkeit schwanken von Woche zu Woche, was die Budgetplanung erschwert. Und Verhandlungsmacht haben Sie an der Kasse naturgemäß keine. Wer 190.000 € im Jahr überwiegend so einkauft, verschenkt fast sicher einen relevanten Betrag.

Weg 2: Direkt beim Großhandel kaufen Sie verlässlich, aber ohne Verhandlungsmacht

Der zweite Weg ist der Klassiker: eine feste Lieferbeziehung mit einem Lebensmittelgroßhändler. Für die meisten Pflegeeinrichtungen ist das aus gutem Grund der Hauptweg.

Die Ware kommt ans Haus, in verlässlichen Touren und mit durchgängiger Kühlkette. Das Sortiment ist auf Gemeinschaftsverpflegung ausgelegt, inklusive der Dokumentation zu Allergenen und Produktspezifikationen, die Sie ohnehin brauchen. Die Küche kann in festen Routinen bestellen. Die Versorgung ist auch dann gesichert, wenn im Haus gerade alle Hände gebraucht werden, und sie bleibt planbar.

Der Nachteil zeigt sich beim Preis, und er trifft gerade die kleinen Häuser. Ein einzelnes Haus mit 80 Plätzen ist für einen Großhändler ein kleiner Kunde und zahlt in aller Regel Listenpreise oder nah daran. Die wirklich guten Konditionen bekommen große Träger mit Dutzenden Einrichtungen und einem zentralen Einkauf, der hauptberuflich verhandelt. Dazu kommen oft Mindestbestellwerte, die kleinen Küchen die Flexibilität nehmen. Als einzelnes Haus zahlen Sie also mehr, obwohl Sie dieselbe Ware kaufen wie der große Träger nebenan.

Weg 3: Mit der Einkaufsgemeinschaft zu Großkunden-Konditionen

Der dritte Weg setzt an diesem Punkt an. In einer Einkaufsgemeinschaft schließen sich mehrere Einrichtungen zusammen und bündeln ihr Einkaufsvolumen. Gegenüber dem Lieferanten treten sie damit wie ein großer Kunde auf. Der Lieferant gewährt dafür Konditionen, die ein einzelnes Haus allein nie bekommt, egal, wie gut es verhandelt. Die Gemeinschaft gibt diesen Vorteil an ihre Mitglieder weiter. Unsere Gemeinschaft bündelt insgesamt über 800.000 € Einkaufsvolumen pro Jahr.

Für Sie als kleines Haus bedeutet das: Großkunden-Preise, ohne selbst groß sein zu müssen. Der Alltag in der Küche bleibt dabei weitgehend, wie er ist: Bestellt wird in denselben Abläufen und mit derselben Versorgungssicherheit, direkt beim Partnerlieferanten der Gemeinschaft. Der Preisvorteil kommt über die verhandelten Preise und zusätzlich als quartalsweiser Cash-Back bei Ihnen an.

Der Weg hat auch Grenzen. Eine Einkaufsgemeinschaft funktioniert nur mit einem festen Partnerlieferanten, in unserem Fall einem führenden deutschen Lebensmittellieferanten. Am meisten bringt sie Ihnen, wenn Sie ohnehin den Großteil Ihres Bedarfs über einen Lieferanten beziehen oder dazu bereit sind. Wer bewusst überwiegend regional ab Hof oder im lokalen Handel einkauft, spart nur bei dem Teil, der über den Partnerlieferanten läuft. Und wie bei jeder Lieferbeziehung auf Rechnung ist eine ausreichende Bonität Voraussetzung. Der Partnerlieferant prüft sie vor der Aufnahme, und das schützt am Ende alle Mitglieder der Gemeinschaft.

Welcher Weg passt zu Ihrem Haus?

Keiner der drei Wege ist für jede Einrichtung der richtige. Es gibt aber typische Situationen, in denen einer besonders gut passt:

KriteriumEinzelhandel / AbholmarktGroßhandel direktEinkaufsgemeinschaft
StückpreisAm höchstenListenpreis für kleine HäuserGroßkunden-Konditionen
ZeitaufwandHoch (Fahrten, Einkauf)Gering (Lieferung, Routinen)Gering (Abläufe unverändert)
PlanbarkeitGeringHochHoch
Lieferung ans HausNeinJaJa
VerhandlungsmachtKeineAls kleines Haus kaumGebündelt über die Gemeinschaft
VertragsbindungKeineJe nach LieferantJe nach Gemeinschaft, auf Kündigungsfristen achten

Als Faustregel: Der Einzelhandel bleibt sinnvoll als Ergänzung für Spontanes, Saisonales und besondere Anlässe. Der direkte Weg zum Großhandel passt, wenn Sie zu einem größeren Träger gehören oder die Kapazität haben, Konditionen regelmäßig selbst zu verhandeln. Die Einkaufsgemeinschaft passt vor allem dann, wenn Sie ein kleines, eigenständiges Haus führen, bereits über einen Lieferanten beziehen und den Preisvorteil großer Träger nutzen möchten, ohne dafür Zeit oder Personal aufzubauen. Prüfen Sie bei jeder Gemeinschaft nüchtern die Bedingungen: Was kostet die Mitgliedschaft, wie lange bindet sie, und was ändert sich im Küchenalltag?

Ein Wort in eigener Sache

Wir schreiben diesen Vergleich nicht ganz uneigennützig: Mit EKG Lebensmittel machen wir den dritten Weg für kleine Pflegeeinrichtungen zugänglich. Die Mitgliedschaft kostet weder Aufnahmegebühr noch Beiträge. Es gibt keine Mindestlaufzeit, und Sie können mit zwei Wochen Frist zum Quartalsende kündigen. Uns ist wichtig, dass Sie bleiben, weil sich die Mitgliedschaft für Sie rechnet. Voraussetzung ist eine ausreichende Bonitätsprüfung durch unseren Partnerlieferanten. Zudem nehmen wir nur drei neue Einrichtungen pro Monat auf, damit der Start für jedes Haus sauber begleitet werden kann. Was sich für Ihre Küche ändert, hängt davon ab, wo Sie heute bestellen. Beziehen Sie bereits bei unserem Partnerlieferanten, bleibt alles, wie es ist, und Sie zahlen die Preise der Gemeinschaft. Bestellen Sie heute woanders, wechseln Sie zu unserem Partnerlieferanten: Die Anlage dort übernehmen wir, und im Erstgespräch prüfen wir, ob er Ihr Sortiment abdeckt. Abläufe und Bestellrhythmus bleiben, wie Ihre Mitarbeitenden es gewohnt sind.

Wie das speziell für Pflegeeinrichtungen im Detail funktioniert, lesen Sie auf unserer Seite Einkaufsgemeinschaft für Pflegeeinrichtungen. Wenn Sie wissen möchten, was das für Ihr Haus konkret bedeuten würde, ermitteln wir Ihr Einsparpotenzial gern kostenfrei und unverbindlich. Eine kurze Anfrage über das Kontaktformular genügt.

Wir rechnen es Ihnen vor

Das Formular dauert zwei Minuten. Wir melden uns innerhalb von ein bis zwei Werktagen und rechnen Ihnen vor, was Ihre Einrichtung sparen kann. Danach entscheiden Sie.

Ihre Anfrage liest Rupert Teske, Geschäftsführer der RD Einkaufsmanagement GmbH.

Mit dem Absenden erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Ihre Angaben zur Bearbeitung Ihrer Anfrage verarbeiten. Details finden Sie in der Datenschutzerklärung.

Oder direkt per E-Mail: info@ekglebensmittel.de